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Prof. Dr. Otto W. Witte (l.), Dr. Christiane Frahm (r.) und Nachwuchsforscherin Nayana Gaur (M.).

Welche Rolle spielt die Darmflora bei Alterungsprozessen im Hirn?

Nachwuchswissenschaftler erforschen, wie sich die "Darm-Hirn-Achse" nutzen l?sst, um kognitive Funktionsverluste zu erkennen
Prof. Dr. Otto W. Witte (l.), Dr. Christiane Frahm (r.) und Nachwuchsforscherin Nayana Gaur (M.).
Foto: Michael Szabó, UKJ
  • Forschung

Meldung vom: 22. Oktober 2020, 10:45 Uhr | Verfasser/in: Uta von der G?nna

?Darm-Hirn-Achse“ nennt die Wissenschaft die Wechselwirkung von Verdauungs- und Denkorgan und beginnt gerade erst zu verstehen, wie vielf?ltig diese ist. Denn die als Darmflora oder Mikrobiom bezeichnete Gesamtheit der Bakterien im Darm spielt eine weitaus gr??ere Rolle als nur die des Hilfsarbeiters für die Nahrungsverarbeitung. Das Mikrobiom moderiert Immunprozesse, Studien belegen auch den Zusammenhang von ?nderungen der Darmflora mit psychischen und neurodegenerativen Erkrankungen. Die Signalwege und die Ursache-Wirkungsbeziehungen dieser komplexen Wechselwirkung sind der Gegenstand aktueller Forschung.

Ziel: Mikrobiom-basierte Therapien gegen nachlassende geistige Aktivit?t im Alter

Das Darmmikrobiom spielt auch eine wichtige Rolle für die Lernf?higkeit des Gehirns. Das europ?ische Forschungsnetzwerk SmartAge will diesen Zusammenhang mit Blick auf den altersbedingten Rückgang der kognitiven Funktionen genauer untersuchen. ?Uns interessiert, ob und wie Ma?nahmen, die auf die Verbesserung der kognitiven F?higkeiten ?lterer Menschen abzielen, auch die Darmflora beeinflussen. Mit diesem Wissen wollen wir mikrobiom-basierte Therapien entwickeln, die den kognitiven Funktionsverlust im Alter verlangsamen“, beschreibt Prof. Dr. Otto W. Witte das SmartAge-Forschungsprogramm. Der Direktor der Klinik für Neurologie am Universit?tsklinikum Jena (UKJ) ist Sprecher und Koordinator des Netzwerkes, in dem 16 Wissenschaftsinstitutionen und forschungsnahe Firmen aus 10 L?ndern Europas zusammenarbeiten.

Das interdisziplin?re SmartAge-Team umfasst Experten aus Medizin, Psychologie, Lebens- und Technikwissenschaften, die gemeinsam 15 Nachwuchswissenschaftler betreuen werden. Entsprechend dem translationalen Forschungskonzept arbeiten diese mit Tier- und Humanstudien, nutzen Hochdurchsatzverfahren, modernste Bildgebungsmethoden und systembiologische Ans?tze. Beispielsweise sollen die Auswirkungen einer Di?t mit dem Ballaststoff Beta-Glucan oder des Diabetesmedikamentes Metformin auf die Darm-Hirn-Achse getestet werden.

Die drei Einzelprojekte am UKJ werden sich mit Sport und Bewegung besch?ftigen, welche die kognitiven F?higkeiten im Alter nachweislich f?rdern. Sowohl im Tiermodell als auch beim Menschen wollen die Forscher untersuchen, wie physische Aktivit?t das Zusammenspiel von Darmflora und Hirn beeinflusst. Dabei soll auch das am UKJ entwickelte und auf MRT-Daten basierende BrainAGE-Verfahren zur Bestimmung des biologischen Hirnalters eingesetzt werden

Nachwuchs mit eigenem Netzwerk

?Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist Vernetzung, Mobilit?t und vielseitige Weiterbildung der Nachwuchswissenschaftler ein zentrales Anliegen. Deshalb stehen auch regelm??ige Treffen,? Austauschprogramme, Methoden- und Soft-Skill-Kurse auf dem Plan“, betont die Wissenschaftlerin Dr. Christiane Frahm. Auf diese Weise sollen die jungen Forscherinnen und Forscher nicht nur für die eigenst?ndige Forschungsarbeit fit gemacht werden, sondern sich auch ein Netzwerk aufbauen k?nnen. Das ist auch Ziel von SmartAge, das als Innovative Training Network im Rahmen der Marie-Sk?odowska-Curie-Ma?nahmen der EU gef?rdert wird. Das Netzwerk wird mit knapp 4 Millionen Euro aus dem EU-F?rderprogramm Horizont 2020 unterstützt.

Information

Weitere Informationen über das SmartAge-Netzwerk: www.uniklinikum-jena.de/etnsmartage

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Prof. Dr. Otto W. Witte
Telefon
+49 3641 9-323401
Klinik für Neurologie, Universit?tsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07747 Jena
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